Gemeinsam mit unserer Grünen AG Gesundheit und Soziales habe ich die KUBUS gGmbH besucht – einen Träger, der seit vielen Jahren soziale Projekte in Berlin umsetzt.
KUBUS ist ein sozialer Träger, der Arbeitsförderung, soziale Unterstützung sowie Integrations- und Nachbarschaftsarbeit miteinander verbindet – durch praktische Projekte, Begegnungsangebote und niedrigschwellige Hilfen für Menschen in unterschiedlichen Lebenslagen.
Vor Ort konnten wir verschiedene Arbeitsförderprojekte kennenlernen: eine Kleiderbörse, eine Holzwerkstatt, eine Fahrradwerkstatt. Hier geht es nicht nur um praktische Tätigkeiten. Es geht um Struktur, Tagesrhythmus, Verantwortung – und um das Gefühl, gebraucht zu werden. Besonders positiv fielen mir die hellen, angenehmen und großzügigen Räumlichkeiten auf. Sie zeigen Wertschätzung – gegenüber den Mitarbeitenden ebenso wie gegenüber den Teilnehmenden.
Als wir einen Mitarbeiter fragten, was ihm an seiner Arbeit am meisten Freude macht, musste er nicht lange überlegen: Zu sehen, wie viel Sinn die Beschäftigung den Menschen gibt. Man sehe es in den Gesichtern. Zum Beispiel, wenn jemand den Rollator einer älteren Dame repariert – und unmittelbar erlebt, wie sehr diese Hilfe gebraucht wird.
Er erzählte auch, dass er früher selbst skeptisch gegenüber geförderter Beschäftigung gewesen sei. Erst durch die tägliche Arbeit habe sich seine Haltung verändert. Es gebe viele Vorurteile – häufig sehe man nur die Kosten. Was man nicht sehe, sei das, was entsteht: Stabilität, Selbstwert, soziale Einbindung.
Besonders eindrücklich war der Einblick in die Notunterkunft, die im Rahmen der Berliner Kältehilfe betrieben wird und 50 Plätze für obdachlose Männer bereithält. Hier bekommen obdachlose Menschen nicht nur ein warmes Bett, ein warmes Abendessen und die Möglichkeit zu duschen – sie können sich für eine Nacht in Sicherheit ausruhen und von den Strapazen der Straße erholen.
Obdachlosigkeit ist kein Winterthema – auch wenn sie im Winter medial besonders viel Aufmerksamkeit bekommt. Sie ist eine ganzjährige Realität, auch in Tempelhof-Schöneberg – und sie existierte auch in Zeiten, in denen der Wohnungsmarkt weniger angespannt war als heute, denn sie hat vielfältige Ursachen. Sie muss in der Stadtplanung und in der sozialen Infrastruktur dauerhaft und strukturell mitgedacht werden. Entsprechend unterstütze ich auch den Wunsch des Trägers, sein Angebot künftig ganzjährig vorzuhalten und verlässlich abzusichern.
Vielen Dank an das gesamte Team von KUBUS für die offenen Einblicke, das engagierte Gespräch und die wichtige Arbeit, die Sie jeden Tag leisten.





