Video vom 22. April 2026 (Erstausstrahlung auf Instagram)
Berlin braucht Wohnungen. Tempelhof braucht das Feld. Beides geht. Warum ich das Tempelhofer Feld erhalten will und welche Alternativen Berlin für mehr bezahlbaren Wohnraum hat.
Das Tempelhofer Feld ist kein Luxus. Es ist Lebensqualität für Millionen Berliner:innen – und für uns in Tempelhof gehört es unmittelbar zum Kiez.
Hier fahren Kinder Fahrrad, Menschen joggen, treffen Freund:innen, grillen, skaten oder genießen einfach die Weite. Und all das ohne Eintritt, ohne Konsumzwang und unabhängig davon, wie viel Geld jemand hat.
Gleichzeitig ist das Feld ein Naturraum, Lebensraum und ein wichtiger Teil der Klimaanpassung unserer Stadt.
Deshalb ist meine Haltung klar: Hände weg vom Tempelhofer Feld.
Aber genauso klar ist: Berlin braucht dringend mehr bezahlbaren Wohnraum. Für mich darf daraus kein künstlicher Gegensatz werden.
Wir können Wohnungen bauen und das Tempelhofer Feld erhalten.
Das Tempelhofer Feld schützt auch unsere Gesundheit
Das Feld ist rund 300 Hektar groß. Seine offenen Wiesen erzeugen nachts Kaltluft und tragen zum Luftaustausch mit den umliegenden, dicht bebauten Quartieren bei. Diese Funktion ist sogar ausdrücklich im Tempelhofer-Feld-Gesetz als Teil der Klimavorsorge beschrieben.
Für mich gehört deshalb zusammen, was in der politischen Debatte viel zu oft getrennt wird:
Klimaschutz ist Gesundheitsschutz.
Heiße Sommer treffen nicht alle Menschen gleich. Kinder, ältere Menschen und Menschen, die gesundheitlich belastet sind, sind besonders auf eine Stadt angewiesen, die auch bei steigenden Temperaturen lebenswert bleibt.
Und das Tempelhofer Feld kann noch mehr: Die offenen Wiesen sind ein besonderer Lebensraum. Nach Angaben des Landes Berlin leben dort unter anderem Feldlerchen, Zauneidechsen und 75 Wildbienenarten. Große Teile des inneren Wiesenrings gelten als schutzwürdiges Biotop.
Diese Fläche wiederherzustellen, wenn sie einmal bebaut ist, wäre nicht möglich.
Wohnungsnot lösen – ohne das Feld zu opfern
Ich kenne die Realität auf dem Berliner Wohnungsmarkt. Familien suchen verzweifelt größere Wohnungen. Mieter:innen haben Angst vor der nächsten Mieterhöhung. Menschen müssen ihren Kiez verlassen, weil sie sich ihn nicht mehr leisten können.
Deshalb reicht es nicht, nur zu sagen, wo nicht gebaut werden soll.
Wir müssen sagen, wo wir bauen und handeln wollen.
Und die Alternativen sind vorhanden.
Der vom Berliner Senat beschlossene Stadtentwicklungsplan Wohnen 2040 geht von einem Bedarf von 222.000 zusätzlichen Wohnungen bis 2040 aus. Gleichzeitig weist er genügend Wohnungsbaupotenziale aus, um diesen Bedarf zu decken, wenn diese konsequent aktiviert werden. Mehr als 85 Prozent dieser Potenzialflächen liegen innerhalb der bestehenden Stadtstruktur – auf bereits bebauten, ehemals bebauten oder zumindest teilweise versiegelten Flächen.
Deshalb will ich:
- die bereits im Stadtentwicklungsplan Wohnen 2040 ausgewiesenen Flächen konsequent entwickeln,
- genehmigte Wohnungen endlich schneller bauen,
- Leerstand stärker aktivieren und Zweckentfremdung bekämpfen,
- geeignete Büro- und Gewerbeflächen für Wohnraum nutzen,
- den Mieterschutz stärken und mich für einen wirksamen Mietendeckel auf Bundesebene einsetzen,
- und den Volksentscheid „Deutsche Wohnen & Co. enteignen“ endlich umsetzen.
Bezahlbares Wohnen entsteht nicht dadurch, dass wir die nächste Freifläche zur Baulandreserve erklären. Es entsteht, wenn Politik die vorhandenen Möglichkeiten endlich konsequent nutzt.
Das ist für mich der entscheidende Punkt.
Der Volksentscheid ist kein unverbindlicher Wunschzettel
Das Tempelhofer Feld gehört auch zu einer anderen wichtigen Berliner Geschichte: der Geschichte direkter Demokratie.
Am 25. Mai 2014 stimmten 739.124 Berliner:innen für das Gesetz zum Erhalt des Tempelhofer Feldes. Das waren 64,3 Prozent der Teilnehmer:innen des Volksentscheids.
Aus diesem Volksentscheid entstand das Tempelhofer-Feld-Gesetz.
Darin steht ausdrücklich, dass die wertvollen Eigenschaften des Feldes und seine Funktionen dauerhaft erhalten und vor gefährdenden Eingriffen geschützt werden sollen.
Für mich ist deshalb klar:
Wer Bürger:innen zur Beteiligung aufruft, muss ihre Entscheidung anschließend auch ernst nehmen.
Natürlich können demokratisch beschlossene Gesetze verändert werden. Aber gerade ein Gesetz, das unmittelbar aus einem Volksentscheid hervorgegangen ist, darf nicht leichtfertig behandelt werden.
Deshalb habe ich mich gemeinsam mit vielen Menschen immer wieder für das Feld eingesetzt – auf Demonstrationen, im politischen Raum und direkt hier in Tempelhof.
Protest wirkt. Aber noch besser ist Politik, die diesen Protest gar nicht erst notwendig macht.
Mein Versprechen für Tempelhof
Ich will wieder direkt für Tempelhof ins Abgeordnetenhaus.
Und dort werde ich mich dafür einsetzen, dass das Tempelhofer Feld in seiner heutigen Offenheit erhalten bleibt und nicht zur Ausweichfläche wird, weil Berlin beim Wohnungsbau an anderen Stellen nicht schnell genug vorankommt.
Ich werde gleichzeitig Druck dafür machen, dass vorhandene Wohnungsbauflächen tatsächlich genutzt, bereits geplante Wohnungen gebaut und Mieter:innen besser geschützt werden.
Denn für mich geht es nicht um:
Feld oder Wohnungen.
Es geht um:
Feld erhalten. Wohnungen schaffen. Bezahlbares Leben ermöglichen.
Das ist die Politik, die Tempelhof braucht.
Tempelhofer Feld – vier Fakten
Rund 300 Hektar
geschützte Freifläche
739.124
Ja-Stimmen beim Volksentscheid 2014
64,3 Prozent
der Abstimmenden stimmten für das Erhaltungsgesetz
75 Wildbienenarten
leben nach Angaben des Landes Berlin auf dem Feld
Häufige Fragen zum Tempelhofer Feld
Soll das Tempelhofer Feld bebaut werden?
Nein. Ich spreche mich gegen eine Bebauung des Tempelhofer Feldes aus. Berlin braucht mehr bezahlbaren Wohnraum, verfügt aber nach dem Stadtentwicklungsplan Wohnen 2040 über erhebliche andere Wohnungsbaupotenziale. Diese sollten konsequent entwickelt werden.
Was ist meine Position zum Tempelhofer Feld?
Ich will das Tempelhofer Feld als Frei-, Natur- und Erholungsfläche erhalten. Gleichzeitig setze ich mich für mehr bezahlbaren Wohnraum, schnelleren Wohnungsbau auf bereits vorgesehenen Flächen, die Aktivierung von Leerstand und die Umwandlung geeigneter Büro- und Gewerbeflächen ein.
Warum ist das Tempelhofer Feld für das Berliner Klima wichtig?
Die offenen Wiesen des Tempelhofer Feldes dienen als Kaltluftentstehungsgebiet und unterstützen den Luftaustausch mit umliegenden Quartieren. Diese klimatische Funktion gehört ausdrücklich zu den Schutzgründen des Tempelhofer-Feld-Gesetzes.
Wo kann Berlin stattdessen Wohnungen bauen?
Der Stadtentwicklungsplan Wohnen 2040 weist zahlreiche Wohnungsbaupotenziale in Berlin aus. Ein großer Teil davon befindet sich innerhalb der bestehenden Stadtstruktur. Diese Flächen müssen schneller aktiviert, bereits genehmigte Wohnungen gebaut und geeignete Büro- und Gewerbeflächen für Wohnraum genutzt werden.
Am 20. September geht es auch darum, was mit unserem Kiez passiert
Du willst, dass das Tempelhofer Feld erhalten bleibt – und Berlin trotzdem endlich mehr bezahlbare Wohnungen schafft?
Dann bitte ich am 20. September 2026 um deine Erststimme in Tempelhof.
Bezahlbares Leben. Gesundes Leben.
Quellen
Gesetz zum Erhalt des Tempelhofer Feldes – offizieller Gesetzestext
Besonders stark, weil § 3 ausdrücklich die Wiesen als Kaltluftentstehungsgebiet und die Luftaustauschbahnen nennt. In der Anlage wird die Klimafunktion sogar mit Gesundheitsvorsorge verbunden. Das passt perfekt zu Aferditas Gesundheitsprofil.
Gesetz zum Erhalt des Tempelhofer Feldes – Berliner Vorschrifteninformationssystem ↗
Stadtentwicklungsplan Wohnen 2040 – Senatsverwaltung für Stadtentwicklung
Das ist deine wichtigste Quelle für das Argument „Berlin kann Wohnungen bauen, ohne dafür das Tempelhofer Feld zu brauchen.“ Der StEP nennt einen Bedarf von 222.000 zusätzlichen Wohnungen bis 2040 und weist Potenziale für 249.000 Wohnungen aus. Mehr als 85 % der Flächenkulisse liegen innerhalb der bestehenden Stadtstruktur bzw. auf bereits genutzten oder versiegelten Flächen.
Stadtentwicklungsplan Wohnen 2040 – Berlin.de ↗
Amtliches Ergebnis des Volksentscheids 2014 – Landeswahlleitung Berlin
Damit kannst du die Zahlen 739.124 Ja-Stimmen und 64,3 % sauber belegen.
Volksentscheid zum Tempelhofer Feld – Berlin.de ↗
Tempelhofer Feld – Natur und Artenvielfalt, Senatsverwaltung
Hierher kommen die 75 Wildbienenarten, die Feldlerche, Zauneidechsen und die Einstufung großer Teile des 202-Hektar-Wiesenrings als schutzwürdiges Biotop.
Tempelhofer Feld – Natur und Grün, Berlin.de ↗